Wissenswertes, Daten und Fakten

 

 Beschluß  27.November 1942 hatte ein Beschluß des Staatlichen Verteidigungskomitees den Grundstein fĂŒr die Entstehung einer Uranindustrie der Sowjetunion gelegt. Mit der systematischen geologischen Erkundung auf Uran war das Komitee fĂŒr Geologie beim Rat der Volkskommissare betraut worden. Im Jahre 1943 nahm die Sowjetunion die Entwicklung von Kernwaffen in Angriff, ohne zu diesem Zeitpunkt ĂŒber eigenes Uran zu verfĂŒgen. Bereits seit Mitte der 30er Jahre waren in mehreren Bunt- metallagerstĂ€tten VorrĂ€te an Uran als Nebenkomponente nachgewiesen worden. Eine gezielte WeiterfĂŒhrung der Erkundung blieb in den Jahren bis 1943 aus.
Die Organisation der Gewinnung und Aufbereitung von Uranerzen in diesen LagerstĂ€tten oblag zunĂ€chst dem Volkskommissariat fĂŒr Buntmetallurgie, bis der Beschluß Nr. 7102 des Staatlichen Verteidigungskomitees vom 8.12.1944 diese Aufgabe dem Volkskommissariat fĂŒr Inneres (NKWD) ĂŒbertrug. Zu grĂ¶ĂŸeren Gewinnungsarbeiten kam es bis 1945 jedoch noch nicht, da die dafĂŒr erfor- derlichen Infrastrukturen infolge der schwierigen geographischen und wirtschaftlichen Bedingungen in den meist unerschlossenenen Regionen nicht in kurzer Zeit geschaffen werden konnten. Ab 1945 nahm der Umfang der Such- und Erkundungsarbeiten erheblich zu. Durch Beschluß Nr. 2628-713 des Rates der Volkskommissare vom 13.10.1945 wurde innerhalb des Komitees fĂŒr Geologie die Erste Hauptverwaltung fĂŒr geologische Erkundung gebildet, die eine Reihe territorialer Erkundungs- expeditionen mit der Forcierung der Erkundungsarbeiten beauftragte. In der Folge kam es zur Entdeckung einer Reihe neuer UranerzlagerstĂ€tten.
Die industriemĂ€ĂŸige Gewinnung von Uranerzen in der Sowjetunion begann 1945, wenn auch in bescheidenem Umfang. Erstes Unternehmen zur Urangewinnung war das Kombinat Nr. 6 mit Sitz in Leninabad (Tadshikistan), das 1945/46 auf der Grundlage des Geheimbeschlusses Nr. 8582cc des Staatlichen Verteidigungskomitees vom 15. Mai 1945 aus der Umstrukturierung von Betrieben des Ministeriums fĂŒr Buntmetallurgie hervorging. Die unterstellten ”Erzverwaltungen” lagen teilweise 400-450 km von Leninabad entfernt. Erzverwaltungen und zugehörige Bergwerke sowie andere Betriebe/Einrichtungen wurden mit Nummern bzw. Buchstaben, z. B. auch ”W”, gekennzeichnet. Die Analogien zur SAG Wismut sind dabei unverkennbar.

 Mit Beschluß Nr. 2628-713 des Rates der Volkskommissare vom 13.10.1945 wurde innerhalb des Komitees fĂŒr Geologie der UdSSR die Erste Hauptverwaltung fĂŒr geologische Erkundung gebildet, die eine Reihe territorialer Erkundungsexpeditionen mit der Forcierung der Erkundungsarbeiten beauftragte. In der Folge kam es zu gezielten geologischen Such- und Erkundungsarbeiten auf Uran in den im Ergebnis des 2. Weltkrieges von der Sowjetarmee besetzten LĂ€ndern. Die Erkundung, Gewinnung und Aufbereitung von Uranerzen richteten sich ab 1945/1946 in erster Linie auf Uranvorkommen in Deutschland, auf westerzgebirgischen Territorium. Trotz der vorliegenden Ergebnisse durch deutsche Geologen, die bereits wĂ€hrend des 2. Weltkrieges nach abbauwĂŒrdigen Vorkommen in den LagerstĂ€tten des Erzgebirge suchten und diese eher gering bewerteten, wurden intensiv Archivunterlagen der Oberbergamtes und der Bergakademie Freiberg ausgewertet. Der damalige Wissensstand ĂŒber die Vorkommen des Urans und erste EinschĂ€tzungen zu den “Erzvorkommen im Bereich des Eibenstock-Karlsbader Granitmassivs”, selbst die im Herbst 1945 begonnenen Such-und Revisionsarbeiten in den vom Silberbergbau erhaltenen und befahrbaren Grubenbauen durch die Gruppe Alexandrow, ließen auf die spĂ€ter gewaltig anwachsenden Uranvorkommen nicht im mindesten erahnen. Im Auftrag der sowjetischen Besatzungsmacht wurden Privatbetriebe beauftragt in den ehemaligen Bergwerksanlagen von NeustĂ€dtel oder den Schneeberger Gruben nach Uranpechblende zu suchen und zu gewinnen.

  Uranfunde Schlagartig Ă€nderte sich die Situation als im FrĂŒhjahr 1946 die Erkundungs- und Gewinnungsarbeiten durch die MilitĂ€reinheit mit der   Feldpostnummer 27304 der Roten Armee,  in den alten Silbergruben um Johanngeorgenstadt, Schneeberg und Oberschlema erste Uranergebnisse brachten. Fortan begannen intensiv die ersten Urangewinnungsarbeiten. Allein im Territorium Johann- georgenstadt entstanden mehr als 12 Bergwerksbetriebe, in Schneeberg wurden alte Schachtanlagen und Stollen instandgesetzt und in Oberschlema durch geologische SchĂŒrfgrĂ€ben uranfĂŒhrende GĂ€nge nachgewiesen.

 Erstes Uran Oberschlema Überall dort, wo Uranerze angetroffen wurden, begann man sofort mit dem Abbau. Erste AufwĂ€ltigungs-/ Gewinnungsarbeiten erfolgten bereits im SpĂ€tsommer 1946 im Markus-Semmler-Stollen und im Gallusstollen. Den Zugang zum M.-S.-Stollen bildeten mehrere noch befahrbare Lichtlöcher. Besondere Bedeutung erlangte davon das Lichtloch 15, ĂŒber das das erste Uranerz zutage gefördert wurde.
Die Ergebnisse der Arbeiten fĂŒhrten dann auf Beschluß des Ministerrates der UdSSR vom 29.07.1946 zur Umbildung der Expedition in die SĂ€chsische Bergbauverwaltung.

  Mit Befehl Nr. 128 vom 26.05.1947 ordnete die Sowjetische MilitĂ€radministration in Deutschland (SMAD) auf der Grundlage des Befehles der Berliner DreimĂ€chtekonferenz die Übergabe deutscher Bergwerke auf Reparationskonto an. Unter anderem wurden deutsche Bergwerksunternehmen wie die Bergbauverwaltung Johanngeorgenstadt, Schneeberg und Oberschlema aus dem deutschen Eigentum in das Eigentum der UdSSR ĂŒberfĂŒhrt. Am 10. Mai 1947 beschloß die sowjetische Regierung die GrĂŒndung einer Staatlichen Aktiengesellschaft der Buntmetallindustrie mit dem Namen „WISMUT“ (SAG).

 Der Beschluß zur GrĂŒndung einer Zweigniederlassung der SAG „Wismut“ in Deutschland wurde wĂ€hrend einer Generalversammlung der AktionĂ€re bereits am 04. Juni 1947 in Moskau gefaßt. Die Eintragung in das deutsche Handelsregister erfolgte am 02. Juli 1947 im Amtsgericht Aue und hatte ihren Sitz in Aue, Niederschlemaer Weg 49. Der Stellvertretend Vorsitzende des Vorstandes der Gesellschaft, M. M. Malzew, wurde bevollmĂ€chtigt, im Namen der Gesellschaft die Eintragung der Filiale der Gesellschaft beim Handelsregister Aue zu beantragen und wurde gleichzeitig am 05. Juni 1947 zum Generaldirektor der Zweigniederlassung in Aue ernannt.

 Reparationsleistungen Zum Ende des 2. Weltkrieges hatte die USA einen betrieblichen technologischen Vorsprung gegenĂŒber der damaligen Sowjetunion. Die amerikanischen BombenabwĂŒrfe auf Hiroshima und Nagasaki sollte die Vormachtstellung auf dem Gebiet der nuklearen RĂŒstung demonstrieren. Die ZĂŒndung einer Atombombe am 30. Juni 1946 ĂŒber dem Bikini-Atoll im Pazifik war ein weiterer Schritt zum atomaren WettrĂŒsten beider GroßmĂ€chte. In kĂŒrzester Zeit entwickelte sich die SAG zum grĂ¶ĂŸten bergbautreibenden Unternehmen in der damaligen sowjetischen Besatzungszone.

 

 In der LagerstĂ€tte Oberschlema waren im Zeitraum August/ September 1946 sieben neue ErzgĂ€nge entdeckt worden, die zu einer grundlegenden Änderung in der EinschĂ€tzung der Uranhöffigkeit fĂŒhrten. Die Uranpechblende stand in den ErzgĂ€ngen teilweise mit MĂ€chtigkeiten von mehreren Dezimetern an. Nunmehr wurde durch die „SĂ€chsische Bergbauverwaltung“ im Oktober 1946 das Objekt 02 gebildet. Es nahm seinen Sitz in einem SeitenflĂŒgel des Kurkomplexes von Oberschlema, dem Kurhotel, und war zunĂ€chst fĂŒr die Erkundungs- und Exploitationsarbeiten in den LagerstĂ€tten Oberschlema und Schneeberg verantwortlich. Die Uranerzgewinnung lief auf vollen Touren.

 Am 15. November 1946 mußte der Kurbetrieb im „Radiumbad Oberschlema“ auf sowjetische Anordnung offiziell eingestellt werden. Gleichzeitig war das aber der Beginn weiterer ZwangsrĂ€umungen bzw. Beschlagnahmungen vieler PensionshĂ€user und Hotels. Die immer wieder kehrenden BemĂŒhungen der Radiumgesellschaft den Badebetrieb wieder beleben zu wollen wurden demonstrativ durch neue Befehle zum    Scheitern verurteilt. In kĂŒrzester Zeit entwickelte sich die SAG Wismut zum grĂ¶ĂŸten Bergbauunternehmen in der damaligen sowjetischen Besatzungszone. Mit rigorosen Eingriffen in die Ökologie und Infrastruktur verĂ€nderte der Bergbau den ursprĂŒnglichen Charakter Schlemas und natĂŒrlich die den Ort umgebende Landschaft völlig. Allein in Schlema wurde eine FlĂ€che von 179 ha in Anspruch genommen und durch Halden und BetriebsflĂ€chen ausgedehnte Kontaminationen herbeigefĂŒhrt, rund ein Drittel der GemeindeflĂ€che war mit Halden belegt.

 Nachdem die alten Grubenbaue nicht mehr ausreichten, mußten neue TagesschĂ€chte geteuft, SchĂŒrfgrĂ€ben angelegt und Stollen aufgefahren werden. Neben den als Objekte bezeichneten Bergbaubetrieben entstand 1948 das Objekt 9,      der spĂ€tere Bergbaubetrieb 09 und heutige Sanierungsbetrieb Aue. Hauptschacht war Anfangs der Schacht 66 in Niederschlema. Ein Regierungsabkommen zwischen der DDR und der UdSSR vom 22. August 1953 sah die GrĂŒndung eines zweistaatlichen Unternehmens mit den Unternehmensanteilen zu je 50 % vor.

 Am 01. Januar 1954 nahm die    SDAG WISMUT (Sowjetisch- Deutsche Aktiengesellschaft Wismut) ihre TĂ€tigkeit auf, um in dieser neuen Organisationsform eine reibungslose Bereitstellung der fĂŒr den Bergbau erforderlichen Liegenschaften zu garantieren und um andererseits sich der kontaminierten und verwĂŒsteten Areale zu entledigen. Erfolgte in Schneeberg der Abbau von Uran von 1946 bis Anfang der 50iger Jahre und in Oberschlema von 1946 bis zum Zeitpunkt der Liquidation bis 1958, so dauerte der Abbau in der Niederschlemaer LagerstĂ€tte bis 1990. Es kamen weitere SchĂ€chte hinzu, spĂ€ter  1956 der Schacht 366. Am 1. Mai 1959 ging der letzte Hauptschacht 371 in Betrieb, der ĂŒber mehrere BlindschĂ€chte eine Gesamttiefe von - 1800 m, daß entspricht 1470 m unter NN, aufrecht hielt.

 

 Geschichtlicher Abriß, Uranerzbergbau im Raum Aue

1945

  • 27.01.      Das Oberste Verteidigungskomitee der UdSSR beschließt, die Ursache ĂŒber die Grenzen des eigenen                      Landes hinaus auszudehnen.
  • 11.02.      Der britische Premierminister Churchill, der US-PrĂ€sident Roosevelt und der sowjetische Gerneralissimus                  Stalin verhandeln in Jalta ĂŒber die Aufteilung der Besatzungszonen Deutschlands.
  • 16.04.      Amerikanische Truppen rĂŒcken in die erzgebirgischen StĂ€dte Aue, Hartenstein und LĂ¶ĂŸnitz ein.
  • 08.05.      Sowjetische Truppen besetzen die sĂ€chsischen StĂ€dte Annaberg, Chemnitz und Marienberg.
  • Juni         Generaloberst Serov, Stellvertreter des sowjetischen Innenministers und Geheimdienstchefs Berija, werden                alle sowjetischen Geologen in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands zur Uransuche unterstellt.
  • 10.06.      US-PrĂ€sident Truman gibt den Befehl zum RĂŒckzug der amerikanischen Armeen aus ThĂŒringen und                          Sachsen.
  • 11.06.      Sowjetische Truppen rĂŒcken in Aue und Schneeberg ein.

Herbst 1945  

  •               Erkundungsarbeiten auf Uran durch die sowjetische MilitĂ€radministration im gesamten Erzgebirge mit
                   Schwerpunkten in den alten Silberbergbaugebieten
  • August     Eine Gruppe sowjetischer Geologen beginnt mit der Untersuchung von UranlagerstĂ€tten auf der
                   böhmischen Seite des Erzgebirges.
  • 14.09.      Ein erster Bericht wird an das Oberste Verteidigungskomitee der UdSSR gesandt.
  • 26.09.      Oberst S. P. Aleksandrov, bislang verantwortlich fĂŒr die sowjetische Uranerkennung in Bulgarien, nunmehr                 Leiter der sowjetischen Geologenexpedition in Deutschland, trifft mit Sondereinheiten des Geheimdienstes                NKWD in Sachsen ein.
  • September    Die ersten deutschen Bergleute, darunter der Obersteiger der Sachsenerz Bergwerks AG in Freiberg,                       Johannes Schmidt, werden von den Besatzungsbehörden zur Uranerkundung verpflichtet und                                    unterstĂŒtzen die Arbeiten beim Aufschließen alter Gruben.
  • Herbst     Schmidt wird von der Sowjetischen MilitĂ€radministration in Deutschland (SMAD) in Berlin-Karlshorst als                   Berater in Fragen der Urangewinnung hinzugezogen.
  • 01.10.      Dr. Adolf Krebs, Leiter des Radium-Instituts in Oberschlema, wird von den Sowjets verhaftet und in                           Moskau mehrere Monate lang verhört. 1946 nach Oberschlema zurĂŒckgekehrt, geht er nach Frankfurt                       (Main) und im folgenden Jahr in die USA. Dort arbeitet er fĂŒr amerikanische Dienststellen; spĂ€ter erhĂ€lt er                 einen Lehrstuhl fĂŒr Biologie, dann fĂŒr Radiologie an der UniversitĂ€t von Louisville.
  • 21.11.     Der VizeprĂ€sident der Landesverwaltung Sachsen informiert sich ĂŒber die Aufschlußarbeiten in                                 Oberschlema.

1946

  • 17.01       Der gemeinsame Allierte Konrollrat fĂŒr Deutschland erlĂ€ĂŸt den Befehl Nr. 3, der die Zwangszuweisung von                ArbeitsplĂ€tzen an Arbeitslose fĂŒr die Dauer von sechs Monaten oder lĂ€nger erlaubt.
  • Januar     Betriebsteile der Sachsenerz Bergwerks AG bei Johanngeorgenschadt werden von sowjetischen                               MilitĂ€reinheiten beschlagnahmt. Hier entsteht spĂ€ter das Objekt Nr. 1 der neugegrĂŒndeten SAG Wismut.
  • FrĂŒhjahr   An der Bergakademie Freiburg werden BĂŒros des sowjetischen Volkskommissariats fĂŒr RĂŒstung eröffnet.
  • FrĂŒhjahr.  Beginn der SĂŒmpfungs- und AufwĂ€ltigungsarbeiten in alten Silberstollen und SchĂ€chten; Aufnahme der                      ersten Uranerzgewinnungsarbeiten in Annaberg, Schneeberg, Oberschlema und Johanngeor- genstadt                      Zwangsverpflichtungen von ArbeitskrĂ€ften
  • 22.04.      Der Alliierte Kontrollrat erlĂ€ĂŸt mit der Direktive Nr. 22 ein BetriebsrĂ€tegesetz fĂŒr ganz Deutschland.
  • April        In Johanngeorgenstadt wird der erste Uran fĂŒr die Wismut AG abgebaut.
  • Mai          Die Leiter der Lager fĂŒr Umsiedler und ArbeitsĂ€mter in Sachsen werden verpflichtet, ArbeitskrĂ€fte in                          „großer Zahl“ in das Bergbaurevier Aue zu schicken. Die Besatzungsbehörden erteilen kleinen                                 Privatbetrieben in Schneeberg den Auftrag, nach Uran zu suchen.
  • 31.05.      Die SMAD ordnet die Schließung des Radium-Instituts in Oberschlema an.
  • 14.06.      In Halle (Saale) kommt es zur GrĂŒndung der (sowjetszonalen) Industriegewerkschaft Bergbau.
                   August  Der erste Abbau von Uranerzen beginnt in Oberschlema.
  • 01.09.      Der erst fĂŒr Bergarbeiter abgeschlossene Tarifvertrag findet keine Anwendung auf die Betriebe der Wismut                 Aktiengesellschaft.
  • September      Nach der Beschlagnahmung von Gruben in Schneeberg durch sowjetische MilitĂ€reinheiten entsteht                         dort spĂ€ter das Wismut-Objekt Nr. 3.
  • Herbst     „Sonntagsschichten“ werden im Revier von Johanngeorgenstadt eingefĂŒhrt. Prof. Dr. Friedrich Schumacher,               Direktor des Geologischen Instituts der Bergakademie Freiberg, wird von den Besatzungsbehörden                          beauftragt, bis zum Jahresende ein Gutachten ĂŒber die Uranvorkommen im Erzgebirge zu erstellen.
  • Oktober   Der Leiter der Bergbau-Verwaltung der sowjetischen Geologischen Erkundungsexpedition erhĂ€lt den Befehl             zur Bildung von Bergbauverwaltungen in Sachsen.
  • 13.11. Das Sekretariat des Landesvorstandes der SED in Sachsen bildet einen Sonderausschuß Erzbergbau.

1947

  • 15.02.      Die Sowjetische MilitĂ€rverwaltung in Deutschland beauftragt den frĂŒheren Oberleutnant und Adjutanten des               Generalfeldmarschalls Rommel mit dem Aufbau einer Bergpolizei mit dem zentralen Sitz in Aue.
  • 20.02.      Die IG Bergbau entsendet einen Sonderbeauftragten fĂŒr Erzbergbau nach Aue.
  • FrĂŒhjahr:  Ein leistungsbezogenes Entlohnungssystem wird fĂŒr den Uranbergbau eingefĂŒhrt. Der Sonderausschuß                    Erzbergbau des Landesvorstands Sachsen der SED wird nach Aue verlegt. In BĂ€renstein beginnt der                         Uranbergbau. Dort arbeiten auch Privatbetriebe. Die Gruben des Marienberger Reviers werden von den                      Besatzungsbehörden beschlagnahmt.
  • 01.03.      Die PrĂ€sidentin des Landesarbeitsamtes Sachsen hĂ€lt sich zu Beratungen in Aue auf.
  • 15.04.      Ein Brief des Landesvorstandes Sachsen des (sowjetzonalen) Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes                    (FDGB) an die „russischen Gewerkschaften“ informiert ĂŒber „ÜbelstĂ€nde im Erzbergbau im Kreis Aue“. Er                 enthĂ€lt zahlreiche Forderungen an die sowjetische Generaldirektion der Wismut AG zu Verbesserung der                  Lage.
  • 26.04.     Generalmajor Michail M. Malcev, Generaldirektor der Wismut AG, empfĂ€ngt erstmals eine deutsche                         Gewerkschaftsdelegation und sichert Verbesserungen zu.
  • 01.05.      Malcev delegiert einen Steiger als GewerkschaftsfunktionĂ€r in das Amt fĂŒr Arbeit und Soziales des Landes               Sachsen, Außenstelle Aue. FĂŒr das Revier Johanngeorgenstadt wird ebenfalls ein hauptberuflicher                           Gewerkschafter eingesetzt.
  • 08.05.      Die sĂ€chsische Landesregierung erlĂ€ĂŸt ein Gesetz zur Enteignung aller privaten Bergbauunternehmen.
  • 26.05.      Die Sowjetische MilitĂ€radministation in Deutschland ordnet mit dem Befehl Nr. 128 die „Übernahme einer                   Reihe deutscher Bergbau-Betriebe in das Eigentum des UdSSR auf Reparationsrechnung“ an.
  • Ende Mai Der Direktor der HygienischenUntersuchungsanstalt Dresden warnt in einem Gutachten den sĂ€chsischen                  Landtag eindringlich vor den gesundheitlichen Gefahren des Uranbergbaus.
  • 30.05.      Der Befehl Nr. 131 der Sowjetischen MilitĂ€rverwaltung in Sachsen schreibt nochmals die ÜberfĂŒhrung der                   sĂ€chsischen Bergverwaltungen in sowjetische Regie fest.
  • 03.06.      Malcev erlĂ€ĂŸt den Befehl Nr. 115, mit dem wichtige Forderungen der deutschen Gewerkschafter erfĂŒllt                      werden.
  • Sommer   Bei der Wismut AG finden die letzten freien Betriebsratswahlen statt. Malcev fordert den Landesverband                    Sachsen des FDGB auf, Berichte ĂŒber die ZustĂ€nde im Uranbergbau weder in der Presse zuzulassen                      noch in Versammlungen zu diskutieren.
  • 2.7.1947   Eintragung der sowjetischen Aktiengesellschaft „WISMUT“ ins Handelsregister beim Amtsgericht in Aue;                  Ziel des Unternehmens: die Gewinnung von Buntmetallerzen
  • 03.07.      Zu einer Zusammenkunft des sĂ€chsischen Landesarbeitsamtes werden sĂ€mtliche BĂŒrgermeister der                         BergbaustĂ€dte, Behördenvertreter, BetriebsrĂ€te und Bergleute nach Aue geladen.
  • 17.07.      Der Landesverband Sachsen der SED beschließt, wegen der Situation im Bergbau den Parteivorstand                      anzurufen.
  • Juni        Die Besatzungsbehörden erlauben die Wiederaufnahme des Kurbetriebes in Oberschlema, der jedoch bald              darauf ganz eingestellt wird. Der Ministerrat der UdSSR beschließt den offiziellen Beginn des Uranbergbaus             im Erzgebirge.
  • 01.08.     Die SMAD erlĂ€ĂŸt einen geheimen Befehl zur Stellung von 20.000 ArbeitskrĂ€ften fĂŒr den Erzbergbau.
  • 05.08.     Die sĂ€chsische Landesregierung verhĂ€ngt mit RĂŒcksicht auf die BedĂŒrfnisse des Uranbergbaus eine                         Zuzugssperre fĂŒr Umsiedler in die Kreise Aue, Marienberg und Annaberg.
  • 12.08.     Der Parteivorstand der SED befaßt sich mit den sozialen MißstĂ€nden im Uranbergbau.
  • 28.08.     Die sowjetische MilitĂ€rverwaltung in Sachsen befiehlt dem sĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten Seydewitz, die              Kurunternehmen in Oberschlema an die Wismut AG zu verpachten.
  • Herbst     Auf Befehl der Direktion der SAG Wismut kommt es zur Auflösung der frei gewĂ€hlten BetriebsrĂ€te.
  • 13.09.     In einer PresseerklĂ€rung behauptet Wilhelm Pieck, zusammen mit Otto Grotewohl Vorsitzender der SED,               nichts ĂŒber Zwangsverpflichtungen fĂŒr den Erzbergbau zu wissen.
  • 10.10.     Otto Grotwohl ordnet die GewĂ€hrung von PrĂ€mien und Auszeichnungen fĂŒr BeschĂ€ftigte der Wismut AG                  an.

1948

  • 28.02.      Die sĂ€chsische Landesregierung fĂŒhrt GesprĂ€che mit der Wismut AG wegen der Aussiedlung von                             Personen aus den Regionen des Uranbergbaus, die „nicht unmittelbar mit dem Wirtschaftsprozeß                            verknĂŒpft sind“. Das Schneeberger Wohnungsamt hĂ€lt fĂŒr „tauschlustige Personen oder Familien“                             Wohnungsangebote in anderen RĂ€umen der Sowjetischen Besatzungszone bereit.
  • FrĂŒhjr.1948 Bildung von Gewinnungsobjekten , die aus GeheimhaltungsgrĂŒnden numeriert werden: z. B.                                     Johanngeorgenstadt (1), Oberschlema (2), Schneeberg (3), Annaberg (4), Marienberg (5),                                        Schneckenstein Zobes  (Vogtl.; 6), BĂ€renstein/Niederschlag (7), Breitenbrunn (8), Aue (9)
  • 23.04.      FĂŒhrungskrĂ€fte der Wismut AG beraten mit Vertretern des Verteidigungsministeriums der UdSSR in Aue.
  • 30.05.      Der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident Seydewitz zeichnet Delegierte der Wismut AG mit Ferienreisen aus.
  • Juni         Die Deutsche Verwaltung des Innern erlĂ€ĂŸt eine Richtlinie â€žĂŒber die Fahndung nach flĂŒchtigen Bergarbeiten               der zentralen Bergwerksverwaltung in Aue/Sachsen“.
  • 09.09.     Belegschaftsmitglieder der Wismut AG bitten den sĂ€chsischem MinisterprĂ€sidenten in einem Brief, fĂŒr sie                reservierte PlĂ€tze in Kureinrichtungen einzurichten.
  • 25.09.      In den Kreis Aue dĂŒrfen nur noch solche ArbeitskrĂ€fte vermittelt werden, die nicht geschlechtskrank sind.
  • 10.10.     Grotewohl spricht auf einer Kundgebung vor mehr als 4.500 Bergarbeitern in Aue.
  • 21.11.     Seydewitz leitet eine Beratung ĂŒber Fragen des Wohnungsbaus im Kreis Aue, mit dem bald darauf                         begonnen wird.

1949

  • 17.04.      Im Klubhaus „Fortschritt“ in Schneeberg findet eine Konferenz zur GrĂŒndung einer Kreisorganisation der                   „Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion“ statt.
  • 26.06.      Der Vorstizende der SED-Kreisleitung II Aue ruft alle Parteimitglieder auf, an einem „Henecke-Sonntag“                     besonders hohe Schichtleistungen zu erbringen.
  • 27.06.      Ein Aufruf an Einwohner in Aue appelliert zur Mitarbeit am Wohnungsbauprojekt fĂŒr Bergarbeiter.
  • 15.07.     Die Leitungen der SED und ihrer Jugendorganisation „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) in Sachsen,                               Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen werden aufgefordert, Parteimitglieder in den Uranberbau zu delegieren.
  • 29.08.      Die Sowjetunion zĂŒndet bei Semipalatinsk ihre erste Atombombe.
  • September  Die Bergpolizei wird auf der Grundlage eines Vertrages zwischen der sowjetischen Besatzungsmacht                      und der sĂ€chsischen Landespolizeibehörde reorganisiert.
  • 11.10.      In Berlin dankt Grotwohl bei einem Fackelzug den Angehörigen der FDJ der Wismut AG fĂŒr ihre                                besonderen Leistungen.

1950

  • 01.03.      Klaus Fuchs wird in London wegen Atomspionage fĂŒr die Sowjetunion zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt.
  • 01.04.      Die gesonderte „Reviergruppe Wismut“ wird aus der zentralen IG Bergbau ausgegliedert.
  • 04.06.     Der Bundesvorstand des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes bildet eine gesonderte                                         Industriegewerkschaft Wismut.
  • 11.06.      Der sĂ€chsische Arbeitsminister ĂŒbergibt den Wismut-Bergleuten ein Sanatorium in Niederschlema.
  • 17.06.      Der stellvertretende MinisterprĂ€sident Walter Ulricht, der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident Seydewitz und                      Generaldirektor Malcev nehmen an der Delegierten Konferenz der SED Wismut Aue teil.
  • 27.07.      Das PolitbĂŒro der SED beschließt Maßnahmen zur Verbesserung im Uranbergbau.
  • 17.09.      In Zwickau wird erstmals unter Teilnahme von Wilhelm Pieck der „Tag der Bergarbeiter“ festlich begangen.
  • 15.10.      Der Chefredakteur des SED-Zentralorgans „Neues Deutschland“ wird zur Wismut AG strafversetzt. Kurt                     Bartel (KuBa) textet das „Wismut-Lied“.

1951

  • 28.01.      Die Zentrale Kampfplankonferenz AG Wismut beschließt den Bau von „KulturpalĂ€sten“.
  • 18.03.      Die Betriebssportgruppe „Zentra Wismut Aue“ steigt in die Fußball-Oberliga auf.
  • 21.03.      Wismut-Bergleute stĂŒrmen eine Polizeiwache in Schneeberg.
  • 28.06.      Der Ministerrat der DDR beschließt soziale Verbesserungen fĂŒr Bergarbeiter.
  • 30.06.      Grotwohl zeichnet 30 „Verdiente Bergleute“ aus. Bergleute der Wismut AG werden als BĂŒrgermeister in                    Johanngeorgenstadt und Oberschlema eingesetzt.
  • 16.08.      In Saalfeld kommt es zu einem Aufruhr unter der Wismut Belegschaft.
  • Herbst     Die RĂ€umung der Altstadt von Johanngeorgenstadt wird vorbereitet.
  • November Das SED-PolitbĂŒro beschließt sowohl umfangreiche soziale Verbesserungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten im                        Uranbergbau als auch repressive Maßnahmen.
  • 15.12.      Ulbricht spricht auf der V. Gebietsdelegierten-Konferenz der SED Wismut Aue.
  • 18.12.      Der Ministerrat der DDR gibt umfangreiche Mittel fĂŒr den Wismut-Wohnungsbau frei.
  • 1951/52  Aufnahme von Gewinnungsarbeiten in den sedimentĂ€ren LagerstĂ€tten OstthĂŒringens (Raum Ronneburg) als                Objekt 90

1952

 

  • ab 1952  Abriß der Altstadt von Johanngeorgenstadt wegen falscher Erkundungsarbeiten und FĂŒhrung der                                Bergarbeiten (Raubbau), beendet etwa 1954. Ab Ende 1952/Anfang 1953 Beginn des Abrisses im                            Kurbereich Oberschlema bis ins Silberbachtal; Abriß des letzten Hauses am 28.07.1957
  • Februar    Auf einem Treffen der Generaldirektion der Wismut AG mit Ulbricht und Vertretern des FDGB sowie der                     sĂ€chsischen Landesregierung werden sozialpolitische VergĂŒnstigungen fĂŒr die Wismut-Bergleute,                             insbesondere der Bau neuer Wohnungen, beschlossen.
  • MĂ€rz       Zur DurchfĂŒhrung der BeschlĂŒsse kommt es zur Bildung des „Sonderbaustabes Erzbergbau“. In den                          Kreisen des Uranbergbaus kommt es zu ersten politisch motivierten Zwangsaussiedlungen.
  • FrĂŒhjahr   Die Zahl der Entlassungen ĂŒbersteigt bei der Wismut AG erstmals die Zahl der Einstellungen.
  • Juni         Die Zentralverwaltung der IG Wismut beschließt die Erweiterung des betriebseigenen                                                Verkaufsstellennetzes.
  • 08.08.      Der 1. SekretĂ€r der SED Wismut wird Abgeordneter des Bezirkstages in Chemnitz.

1953

  • FrĂŒhjahr   Bei der Wismut AG kommt es zu einer neuen Entlassungswelle.
  • 22.04.      Wismut-Kraftfahrer streiken in Katzendorf.
  • 15.06.      Einwohner von Johanngeorgenstadt protestieren gegen die PlĂ€ne zur RĂ€umung und Abriß ihrer HĂ€user.
  • 17.06.      Volksaufstand in der gesamten DDR.
  • Juli           Mindestens 51 Wismut-Kumpel werden in Zusammenhang mit der Streikbewegung verhaftet.
  • 22.08.      Die Regierungen der UdSSR und der DDR schließen ein Abkommen ĂŒber die Umwandlung der bisherigen                  sowjetischen Wismut AG in die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut.
  • 05.11.      Eine Gewerkschaftsdelegation der Wismut AG reist in die Sowjetunion.
  • November Grotwohl besucht Oberschlema.
  • Dezember Die Wismut AG wird aufgelöst.

1954

  • Jan1954  Bildung der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft “WISMUT“ (SDAG); Abschluß der                                          Uranerzlieferungen als Reparationszahlungen an die UdSSR. Bestimmender Partner auf allen  Gebieten                    bleibt Sowjetunion
  • 01.01.      Fritz Selbmann, Minister fĂŒr Schwerindustrie, wird zum Vorsitzenden des Vorstandes der neu                                   geschaffenen Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut ernannt.
  • 09.10.      Der sowjetische Außenminister Molotow befĂ€hrt den Wismut Schacht 227
  • 1954       Beginn der Teufe des Rundschachtes 366 mit 7 m Ø in Aue-Alberoda; Beginn der Ausrichtung des                          LagerstĂ€ttenteiles Niederschlema- Alberoda: Voraussetzung fĂŒr die Bergarbeiten bis 1990

1955

  • 19.02.      Der 1. SekretĂ€r der SED Wismut nimmt eine Parade der Betriebs-Kampfgruppen ab.
  • April        Das Zentralkommittee der SED wĂŒrdigt die Pionierrolle der Wismut-BeschĂ€ftigten bei der Festsetzung                      neuer Arbeitsnormen.
  • 01.05.      Kurt Bartels verfaßt sein Gedicht: „Maigruß an die 6.000 Brigaden des Erzbergbaus“.
  • 16.07.      Ein Grubenbrand im Blindschacht 208 b in Niederschlema fordert 33 Tote.
  • 22.07.     In Karl-Marx-Stadt, dem Sitz der Hauptverwaltung der SDAG Wismut, findet ein Staatstrauerakt statt.
  • 1956       Beginn der Teufe des Schachtes 371 -  Zweiter Rundschacht im nordöstlichen Grubenfeld Nieder-                            schlema-Alberoda und mehrerer  WetterschĂ€chte.

  • Dezember  Erstmals wird ein deutscher Bergmann Leiter eines „Schachtes“ der Wismut AG.   
  • 1955-63   Auslaufen des Uranerzbergbaues in Marienberg, Annaberg, Johanngeorgenstadt und im Vogtland;                            Expansion des Bergbaues im ThĂŒringer Becken nach NO
  • 1963/64     Beginn des Aufbaues und der Ausrichtung der LagerstĂ€tte Königstein in der SĂ€chsischen Schweiz.
  • MĂ€rz 1965 Erstmals WetterkĂŒhlung im Objekt 9 Aue
  • Herbst 1967 Beginn einer Stollenauffahrung in Pöhla Ziel: Untersuchung der SkarnlagerstĂ€tten am Schwarzenberger                   Granit
  • Jan. 1968 Umstrukturierung der WISMUT analog der Kombinate der DDR Objekte werden Bergbaubetriebe, Bildung                   von Fachbereichen und Grubenbereichen
  • Ende 60er Mit einer Belegschaft von etwa 12 000 Mann und einer Jahresproduktion von 5 000 t Uran ist der                                Bergbaubetrieb 9 in Aue grĂ¶ĂŸter Uranproduzent der SDAG WISMUT.
  • ab 1970   Umfangreiche Erweiterung des ThĂŒringer Abbaugebietes bis in den Bezirk Leipzig hinein (Beerwalde,                        Drosen, Korbusen).
  • Aug.1970 Beginn der Trennung des Hauers vom Bohrhammer: EinfĂŒhrung des ersten sowjetischen Bohr- wagens -                  abgeschlossen um 1975 mit dem Einsatz von Bohrwagen aus der Wismutentwicklung
    Anfang 70er Umstellung auf gleislose Technik im ThĂŒringer und Königsteiner Abbau und bei Großkammer-                                  auffahrungen
  • 1972         Genereller Einsatz von GrubenwetterkĂŒhlern ab Sohle -1170 m - der Energiebedarf mit Wetter- kĂŒhlung                     und Bewetterung steigt auf mehr als 50 MW installierte Leistung (= 0,5 % des Energie- bedarfs der                          DDR) im Bergbaubetrieb Aue.
  • 1973         Beginn der Auffahrung der Sohle -1620 m, der bis dahin tiefsten Sohle im Uranerzbergbau
  • 1973/76     DurchfĂŒhrung umfangreicher Zinnerkundungsarbeiten im Betriebsabschnitt Pöhla (Auffahrung der                             Zinnkammern) in der LagerstĂ€tte HĂ€mmerlein, Untersuchung der ehem. Eisenerzgrube Globenstein auf                     Zinn- und Wolframvorkommen.
  • 1975         Teufe von zwei 480 m tiefen BlindschĂ€chten in Pöhla
  • 14. Jan 1986 Im LagerstĂ€ttenbereich Niederschlema-Hartenstein-Alberoda erreicht der Blindschacht 383 IIIb die                              Sohle -1800 m (entspricht 1825 m unter Rasenbank Schacht 371) und damit die seinerzeit grĂ¶ĂŸte                             aufgeschlossene Teufe in Europa.
  • 2. Jan 1988   Beginn der Auffahrung der Sohle -1800 m
  • Anfang 1989 Es sickern GerĂŒchte durch, daß die UdSSR aufgrund gravierender wirtschaftlicher Schwierigkeiten ihre                     Uranimporte reduzieren will.
  • April 1989     Veröffentlichung eines Ministerratsbeschlusses der DDR: WISMUT soll weitgehend verkleinert und                            Betriebe, wie z. B. Beerwalde ganz eingestellt werden. Im Bergbaubetrieb Aue sollten bis 1993 etwa
                       3 000 Betriebsangehörige in die volkseigene Industrie wechseln.
  • 1990           Die Sowjetunion verzichtet auf weitere Uranimporte - der Industriezweig WISMUT steht vor dem Aus.
  • Mitte 1990   Beginn der Auflösung der WISMUT: eigene Sparten wie Bauwesen, Maschinenbau und andere werden                     mit dem Ziel der spĂ€teren Privatisierung gebildet. Die Bergbaubetriebe werden zu Sanierungsbetrieben                     umgebildet, die die Hinterlassenschaft der WISMUT aufarbeiten werden.
  • 1. MĂ€rz 1991 Letzter Förderwagen mit Erz verlĂ€ĂŸt den Schacht 371. Auf der Sohle -540 m des Schachtes 371 wird                      ein Besucherbergwerk eingerichtet.
    Juni 1991 Einstellung der Erzförderung in Pöhla. Im Querschlag 2 und im Zinnkomplex entsteht ein weiteres                            Besucherbergwerk
  • Dez. 1996 Das Besucherbergwerk auf dem Schacht 371 wird nachdem ĂŒber 50.000 Besucher eingefahren waren                      geschlossen, das Flutungswasser erreichte die damalige Wettersohle -546m
  • 1998         Aufgrund einer mit der Wismut geschlossenen Vereinbarung und der Zustimmung durch das Bergamt                       Chemnitz ĂŒbernimmt der Ring Deutscher Bergingenieure, Bezirksverein Westerzgebirge, das                                  Besucherbergwerk Pöhla fĂŒr BergwerksfĂŒhrungen an arbeitsfreien Zeiten.
  • 1999       Nachdem das öffentliche Interesse an einem weiteren Besucherbergwerk innerhalb der LagerstĂ€tte                            Schlema-Alberoda groß wurde, erfolgte durch Wismut der Antrag fĂŒr den Schacht 15IIb in Oberschlema,                   wiederum mit der Maßgabe die BergwerksfĂŒhrungen in die fĂ€higen HĂ€nde des RDBs zu ĂŒbergeben.

Stichwortverzeichnis

  • Abbau planmĂ€ĂŸige industrielle Gewinnung nutzbarer Minerale und Gesteine der Gewinnungsort der nutzbaren Minerale und Gesteine im untertĂ€gigen Bergbau
  • Abbauverfahren Art und Weise des Abbaues der Minerale und Gesteine
  • Abbaugasse Arbeitsort im Abbau, in dem die LagerstĂ€tte bergmĂ€nnisch hereingewonnen wird
  • Abbauverlust im Abbau oder in Sicherheitspfeilern verbleibender und nicht der  wirtschaftlichen Nutzung zufĂŒhrbarer Vorrat
  • Absetzige Vererzung das Nutzmineral tritt nicht gleichmĂ€ĂŸig in der gesamten LagerstĂ€tte auf, sondern wird von nicht mineralisierten (vererzten) LagerstĂ€ttenpartien unterbrochen
  • Ankerausbau ein Ausbau, bei dem die Gebirgsschicht mit Stahlbolzen miteinander verspannt werden
  • Aufbereitung Physikalische und/oder chemische Vorbehandlung bergmĂ€nnisch gewonnener Rohstoffe mit dem Ziel, die wirtschaftlich nutzbaren Komponenten vor der Weiterverarbeitung anzureichern oder vom tauben (nichtnutzbaren) Gestein zu befreien. In besonderen FĂ€llen(Kalisalze, Steinkohle) liefert die Aufbereitung bereits das Endprodukt.
  • AufwĂ€ltigung Wiederherstellung alter, verbrochener Grubenbaue, um sie erneut fĂŒr bergmĂ€nnische Arbeiten nutzen zu können.
  • Ausbau AbstĂŒtzung bergmĂ€nnisch geschaffener HohlrĂ€ume mit dem Ziel,sie fĂŒr die Zeit der bergmĂ€nnischen Arbeiten gegen das Zusammenbrechen oder Steinfall abzusichern und Bergleute sowie AusrĂŒstungen vor Schaden zu bewahren.
  • Ausbringen Der Teil des in der LagerstĂ€tte anstehenden --Vorrats an Mineralien oder Gestein, der nach Abzug der Verluste in der Gewinnung, Aufbereitung und VerhĂŒttung fĂŒr die Wirtschaft zur VerfĂŒgung steht.
  • Ausrichtung Alle Grubenbaue, die zum Heranfahren an die LagerstĂ€tte von ĂŒber Tage dienen, z. B. Stollen, SchĂ€chte, QuerschlĂ€ge oder Richtstrekken; im Regelfall zĂ€hlt man zur Ausrichtung auch Hilfsgrubenbaue, wie FĂŒllorte und Kammern.
  • Besucherbergwerk noch in Betrieb befindliche oder unmittelbar nach Einstellung der Produktion fĂŒr Schaubergwerke (Tourismus) verwendete Grube
  • Blindschacht  ein Schacht, der keinen Austritt an die TagesoberflĂ€che hat
  • Bohrhammer pneumatisch oder elektrohydraulich betriebenes Werkzeug fĂŒr die Herstellung von Bohrlöchern, vor allem von Sprengbohrlöchern bis zu max. 200 m Durchmesser
  • Bohrlochpfeife bergmĂ€nnisch fĂŒr ein bei der Sprengung nicht restlos zerstörtes Sprengbohrloch mit oder ohne Sprengstoffreste
  • Erz Metallhaltige Minerale oder Mineralgemenge in der festen Erdkruste, aus denen mit wirtschaftlichem Nutzen Metalle oder Metallverbindungen hergestellt werden können.
  • Erkundung planmĂ€ĂŸige Suche nach LagerstĂ€tten mit Hilfe geologischer, geomechanischer, geophysikalischer und/oder bergmĂ€nnischer Methoden
  • Fahren nennt der Bergmann jede Fortbewegung unter Tage, auch das Laufen
  • Fahrt die Leiter des Bergmannes
  • FĂŒllort  Ăœbergabestelle fĂŒr Mannschafts- und Materialtransport von der (horizontalen) Sohlen- auf die (vertikale) Schachtförderung
  • Gang  Aus Gesteinen und/oder Mineralien bestehende AusfĂŒllung von Spalten in Ă€lteren Gesteinen. Die GĂ€nge sind unter verschiedenem Winkel zur Horizontalen liegende Platten mit grĂ¶ĂŸerer LĂ€ngs- und Breitenerstreckung als Dicke. Das Gestein, in dem der Gang liegt, nennt man sein Nebengestein.
  • Geiger-MĂŒller-ZĂ€hlrohr fĂŒr die Messung von Gammastrahlung verwendetes sehr einfaches und wenig störanfĂ€lliges Meßintrument. Im Uranerzbergbau wurde damit die Gammastrahlung der Zerfallsprodukte der Uran-238-Zerfallsreihe gemessen und auf den Urangehalt umgerechnet.
  • Geomechanik Wissenschaft von den Gebirgsbewegungen, die durch die Schaffung bergmĂ€nnischer HohlrĂ€ume in einem Gebirgsmassiv ausgelöst im und ĂŒber dem GrubengebĂ€ude bis zur TagesoberflĂ€che ausgelöst werden. Sie befaßt sich u.a. mit der Berechnung von Auswirkungen auf ĂŒbertĂ€gige Anlagen, mit der Dimensionierung von Pfeilern fĂŒr den Kammerabbau und PrĂ€ventivmaßnahmen gegen Gebirgsbewegungen und -schlĂ€ge.
  • Gestein Mineralmenge, deren mineralische Zusammensetzung ĂŒber grĂ¶ĂŸere  RĂ€ume hin mehr oder weniger gleichförmig ist und die wesentlich am Aufbau der Erdkruste beteiligt sind. Es gibt auch Gesteine, die nur aus einem Mineral bestehen (Kalkstein und dessen Abarten wie Dolomit oder Marmor). Der Bergmann bezeichnet als Gestein oder Berge das bei der Gewinnung anfallende nicht wertstoffhaltige Nebengestein der LagerstĂ€tten.
  • GezĂ€he  nennt der Bergmann alle fĂŒr seine Arbeiten notwendigen Werkzeuge
  • Hunt gleisgebundener Förderwagen fĂŒr die Förderung des gewonnenen Nutzstoffes, von Bergen und Material. GrĂ¶ĂŸenordnung heute bis 3 mÂł
  • Klimatisierung Maßnahmen zur Schaffung von Arbeits- und Lebensbedingungen (Temperatur, Luftfeuchte, Luftbewegung) in den Grubenbauen, unter denen die Grubenarbeiter ohne gesundheitliche SchĂ€digungen und ohne LeistungseinschrĂ€nkungen arbeiten können.
  • LagerstĂ€tte  Abschnitt der festen Erdkruste, in der natĂŒrliche Konzentrationen von Mineralien in wirtschaftlich nutzbaren Mengen liegen. Zur LagerstĂ€tte gehören: die abbauwĂŒrdigen Rohstoffe, das Nebengestein, das Deckgebirge und das Liegende (= unter dem Rohstoff liegende Gestein.
  • Markscheider „Landmesser“ unter Tage - Name abgeleitet von der Markscheide, der Grenze zwischen zwei Grubenfeldern
  • Markus-Semmler Stollen  1503 begonnener und bis 1841 in kĂŒrzeren oder lĂ€ngeren ZeitabstĂ€nden weiter aufgefahrener Wasserlösungs(ableitungs)stollen fĂŒr die Silberbergwerke vom Raum Schneeberg/NeustĂ€dtel bis zur Mulde in  Niederschlema. GesamtlĂ€nge mit Nebenstollen 43,6 km
  • Mineral alle fast ausschließlich festen, physikalischen und chemischen einheitlichen Naturkörper der festen Erdkruste. Sie kommen bis auf einige Ausnahmen als Kristalle oder Kristallaggregate vor. Ihrer Vielzahl und VielfĂ€ltigkeit wegen beschĂ€ftigt sich eine eigene Wissenschaft, die Mineralogie, mit ihnen
  • NKWD Narodnij kommisariat wnutrennich del /Volkskommissariat fĂŒr innere Angelegenheiten: von 1934 bis in die siebziger Jahre Name des sowjetischen Geheimdienstes
  • Objekt ausschließlich bei der Wismut gebrĂ€uchlicher, aus dem Russischen stammender Begriff fĂŒr eine relativ selbstĂ€ndige Verwaltungseinheit im rĂ€umlichen und/oder fachlichen Sinne. Wurde nach 1967 durch die deutschen Bezeichnungen Bergbau-, Maschinenbau-, Transportbetrieb usw. ersetzt
  • Oxidationszone direkt unter der ErdoberflĂ€che liegender Bereich einer LagerstĂ€tte (vorwiegend von GĂ€ngen), in dem es unter Wasser- und Sauerstoffeinwirkung zu chemischen VerĂ€nderungen der Minerale und Gesteine gekommen ist. Vielfach mit hohen Anreicherungen von Erzen und Mineralen verbunden
  • Prospektion  erste methodische Untersuchungen eines Gebietes auf das Vorkommen von LagerstĂ€tten - VorlĂ€ufer der Erkundung
  • Querschlag an (annĂ€hernd) rechtwinklig zur LagerstĂ€tte verlaufender horizontaler  Grubenbau der Ausrichtung
  • Radon (alter NameEmanation) radioaktives Edelgas, Halbwertzeit 3,8 Tage, Zerfallsprodukt des Urans, Zerfallsprodukt des Urans, Alpha-Strahler, fĂŒhrt eingeatmet zu Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) als anerkannte Berufskrankheit der Erzbergleute. Im Industriezweig Wismut bis 1990 insgesamt 5277 FĂ€lle anerkannt.
  • Rampe geneigte Verbindung zweier Arbeitsebenen im Bergbau, um diese mit gleislosen ArbeitsgerĂ€ten befahren zu können. Die Neigung wird der Steigleistung der GerĂ€te angepaßt und liegt im Normalfall bei max. 12°.
  • Richtstrecke ein (annĂ€hernd) parallel zur LagerstĂ€tte verlaufender horizontaler Grubenbau der Ausrichtung. In der Wismut war nur der aus dem Russischen stammende Begriff „Feldstrecke“ gebrĂ€uchlich
  • Schacht Ausrichtungsgrubenbau, der heute nur noch senkrecht (bergm.: seiger) von der TagesoberflĂ€che bis auf bzw. unter das Niveau der LagerstĂ€tte niedergebracht wird, um von da aus mit der horizontalen Ausrichtung der LagerstĂ€tte anfahren zu können. Siehe auch Blindschacht
  • Schaubergwerk fĂŒr Befahrungszwecke (speziell Tourismus) hergerichtete Grube oder  Teile davon, vor allem alte und lange Zeit nicht in Betrieb befindliche Bergwerke
  • SchĂŒrfarbeiten  Suchen nach nutzbaren Mineralen im GelĂ€nde
  • Schrapper pneumatisch oder elektrisch betriebenes Fördermittel, vor allem fĂŒr den Abbau; von einer Seiltrommel wird ein Seil abgewickelt, ĂŒber eine Umlenkrolle gefĂŒhrt und auf eine auf der gleichen Welle sitzende Trommel wieder aufgewickelt. In das Seil ist ein kratzenartiges GefĂ€ĂŸ eingebunden, mit dem das Fördergut in Förderwagen oder Bunker gescharrt (geschrappt) wird.
  • Selektive Erzgewinnung  Vor allem in LagerstĂ€tten mit wertvollen Mineralen getrennte Gewinnung von Nutzstoffen und nicht verwertbaren Ganggestein vor Ort
  • Sicherheitspfeiler ein um ein Grubenbau belassener Teil des Gebirges, in dem keine Bergarbeiten betrieben werden dĂŒrfen, um die Standfestigkeit des Grubenbaues nicht zu gefĂ€hrden. Sicherheitspfeiler vor allem um SchĂ€chte, elektrische Großanlagen, Sprengstofflager. Kleine Sicherheitspfeiler im Abbau, die man um Strecken stehen lĂ€ĂŸt, nennt man Festen.
  • Sohle 1. Der „Fußboden“ eines Grubenbaues und 2. Waagerechter LagerstĂ€ttenabschnitt zur Unterteilung der Bauhöhe von LagerstĂ€tten. Die SohlenabstĂ€nde sind grundsĂ€tzlich von der Art und Form der LagerstĂ€tte abhĂ€ngig. Im erzgebirgischen Uranerzbergbau betrugen sie 30 m und wurde im Bergbaubetrieb Aue ab Sohle - 540 m auf 45 m erhöht.
  • Stollen ein horizontaler Ausrichtungsgrubenbau, der an einem Berghang ins Gebirge getrieben wird, um die ĂŒber der Talsohle anstehenden LagerstĂ€ttenteile aus- und vorrichten bzw. abbauen zu können.
  • Stoß die seitlichen Begrenzungen in einem Grubenbau. Die Arbeitsstellen im Grubenbau bezeichnet der Bergmann als Ortsstoß
  • Strecke horizontaler oder annĂ€hernd horizontaler Grubenbau mit grĂ¶ĂŸerer LĂ€ngs- als Breiten- oder Höhenerstreckung fĂŒr Fahrung, Förderung,  EnergiezufĂŒhrung, WetterfĂŒhrung u. a. Im Gangerzbergbau lagen die  Streckenquerschnitte je nach Verwendungszweck und Ausbauart etwa zwischen 5 und 15 mÂČ
  • SĂŒmpfen Abpumpen des Wassers stillgelegter Grubenbaue, um sie fĂŒr die AufwĂ€ltigung vorzubereiten.
  • Teilsohlenstrecke eine zwischen zwei Sohlen aufgefahrene Strecke fĂŒr die verschiedensten Zwecke
  • Teufe 1.  bergmĂ€nnisch fĂŒr Tiefe und 2. das Niederbringen („Abteufen“) eines Schachtes
  • U3O8   Hauptmineral der Uranpechblende mit theoretisch 85 % Urangehalt. Diese Formel war die „Metallangabe“ fĂŒr Planung und Abrechnung der  Erzgewinnung. Das Aufbereitungsprodukt Yellow Cake war ein Natrium-Uran-Mischoxid der Formel Na2U2O7 mit theoretisch 75 %  Urangehalt, praktisch zwischen 60 bis 70 %
  • VerdĂŒnnung Zumischung von tauben Gestein (Bergen) zum Nutzmineral bei den  Gewinnungsarbeiten. Ursachen: ungenĂŒgende technische Voraussetzungen oder unsachgemĂ€ĂŸe AusfĂŒhrung
  • VerhĂŒttung vorwiegend thermische Gewinnung von Metallen aus dem im  Aufbereitungsprozeß angereicherten Material
  • Verwerfung Verschiebung einzelner großrĂ€umiger Gesteinspakete gegeneinander sowohl vertikal als auch horizontal im Laufe geologischer ZeitrĂ€ume
  • Vorrichtung alle Grubenbaue, die dazu dienen, die LagerstĂ€tte zum Abbau vorzubereiten
  • Vorrat  Menge einer natĂŒrlichen Mineralkonzentration (LagerstĂ€tte), die wirtschaftlich genutzt werden kann. Sie muß  - einen bestimmten Umfang haben, - bestimmte QualitĂ€ten (Metallgehalt, Kaligehalt) aufweisen, - mit der vorhandenen Technik erschließbar und ihre Nutzung ökonomisch vertretbar sein.
  • Weitungsbau  Abbauverfahren in mĂ€chtigen LagerstĂ€tten, bei dem nur die nutzstoffhaltigen Partien in Form von unregelmĂ€ĂŸigen und unplanmĂ€ĂŸigen angelegten Kammern abgebaut werden. FĂŒhrt im mittelalterlichen Bergbau oft zum Zusammenbrechen des ganzen Bergwerks, da die Pfeiler zwischen den einzelnen „Weitungen” (Kammern) nicht mehr das darĂŒberliegende Gebirge trugen. Auswirkungen: Bildung von Pingen wie in Altenberg und Geyer
  • Wetter bergmĂ€nnischer Ausdruck fĂŒr die Luft im Bergwerk. Man  unterscheidet von ĂŒber Tage zugefĂŒhrte Wetter = Frischwetter; aus der Grube abgefĂŒhrte Wetter = Abwetter; mit Spreng-, Brand- oder Giftgasen belastete gesundheitsschĂ€dliche Wetter = giftige Wetter und mit explosiven Gasen (z. B. Methan, Äthan) belastete Wetter =  explosive oder schlagende Wetter. Die WetterfĂŒhrung ist ein sehr wichtiges Teilgebiet der Bergbauwissenschaft und von ausschlaggebender Bedeutung fĂŒr die Sicherheit und Gesundheit der unter Tage BeschĂ€ftigten.
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