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Geschichtlicher AbriĂ, Uranerzbergbau im Raum Aue
1945
27.01. Das Oberste Verteidigungskomitee der UdSSR beschlieĂt, die Ursache ĂŒber die Grenzen des eigenen
Landes hinaus auszudehnen.
11.02. Der britische Premierminister Churchill, der US-PrÀsident Roosevelt und der sowjetische Gerneralissimus
Stalin verhandeln in Jalta ĂŒber die Aufteilung der Besatzungszonen Deutschlands.
16.04. Amerikanische Truppen rĂŒcken in die erzgebirgischen StĂ€dte Aue, Hartenstein und LöĂnitz ein.
08.05. Sowjetische Truppen besetzen die sÀchsischen StÀdte Annaberg, Chemnitz und Marienberg.
Juni Generaloberst Serov, Stellvertreter des sowjetischen Innenministers und Geheimdienstchefs Berija, werden
alle sowjetischen Geologen in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands zur Uransuche unterstellt.
10.06. US-PrĂ€sident Truman gibt den Befehl zum RĂŒckzug der amerikanischen Armeen aus ThĂŒringen und
Sachsen.
11.06. Sowjetische Truppen rĂŒcken in Aue und Schneeberg ein.
Herbst 1945
Erkundungsarbeiten auf Uran durch die sowjetische MilitÀradministration im gesamten Erzgebirge mit
Schwerpunkten in den alten Silberbergbaugebieten
August Eine Gruppe sowjetischer Geologen beginnt mit der Untersuchung von UranlagerstÀtten auf der
böhmischen Seite des Erzgebirges.
14.09. Ein erster Bericht wird an das Oberste Verteidigungskomitee der UdSSR gesandt.
26.09. Oberst S. P. Aleksandrov, bislang verantwortlich fĂŒr die sowjetische Uranerkennung in Bulgarien, nunmehr
Leiter der sowjetischen Geologenexpedition in Deutschland, trifft mit Sondereinheiten des Geheimdienstes
NKWD in Sachsen ein.
September Die ersten deutschen Bergleute, darunter der Obersteiger der Sachsenerz Bergwerks AG in Freiberg,
Johannes Schmidt, werden von den Besatzungsbehörden zur Uranerkundung verpflichtet und
unterstĂŒtzen die Arbeiten beim AufschlieĂen alter Gruben.
Herbst Schmidt wird von der Sowjetischen MilitÀradministration in Deutschland (SMAD) in Berlin-Karlshorst als
Berater in Fragen der Urangewinnung hinzugezogen.
01.10. Dr. Adolf Krebs, Leiter des Radium-Instituts in Oberschlema, wird von den Sowjets verhaftet und in
Moskau mehrere Monate lang verhört. 1946 nach Oberschlema zurĂŒckgekehrt, geht er nach Frankfurt
(Main) und im folgenden Jahr in die USA. Dort arbeitet er fĂŒr amerikanische Dienststellen; spĂ€ter erhĂ€lt er
einen Lehrstuhl fĂŒr Biologie, dann fĂŒr Radiologie an der UniversitĂ€t von Louisville.
21.11. Der VizeprĂ€sident der Landesverwaltung Sachsen informiert sich ĂŒber die AufschluĂarbeiten in
Oberschlema.
1946
17.01 Der gemeinsame Allierte Konrollrat fĂŒr Deutschland erlĂ€Ăt den Befehl Nr. 3, der die Zwangszuweisung von
ArbeitsplĂ€tzen an Arbeitslose fĂŒr die Dauer von sechs Monaten oder lĂ€nger erlaubt.
Januar Betriebsteile der Sachsenerz Bergwerks AG bei Johanngeorgenschadt werden von sowjetischen
MilitĂ€reinheiten beschlagnahmt. Hier entsteht spĂ€ter das Objekt Nr. 1 der neugegrĂŒndeten SAG Wismut.
FrĂŒhjahr An der Bergakademie Freiburg werden BĂŒros des sowjetischen Volkskommissariats fĂŒr RĂŒstung eröffnet.
FrĂŒhjahr. Beginn der SĂŒmpfungs- und AufwĂ€ltigungsarbeiten in alten Silberstollen und SchĂ€chten; Aufnahme der
ersten Uranerzgewinnungsarbeiten in Annaberg, Schneeberg, Oberschlema und Johanngeor- genstadt
Zwangsverpflichtungen von ArbeitskrÀften
22.04. Der Alliierte Kontrollrat erlĂ€Ăt mit der Direktive Nr. 22 ein BetriebsrĂ€tegesetz fĂŒr ganz Deutschland.
April In Johanngeorgenstadt wird der erste Uran fĂŒr die Wismut AG abgebaut.
Mai Die Leiter der Lager fĂŒr Umsiedler und ArbeitsĂ€mter in Sachsen werden verpflichtet, ArbeitskrĂ€fte in
âgroĂer Zahlâ in das Bergbaurevier Aue zu schicken. Die Besatzungsbehörden erteilen kleinen
Privatbetrieben in Schneeberg den Auftrag, nach Uran zu suchen.
31.05. Die SMAD ordnet die SchlieĂung des Radium-Instituts in Oberschlema an.
14.06. In Halle (Saale) kommt es zur GrĂŒndung der (sowjetszonalen) Industriegewerkschaft Bergbau.
August Der erste Abbau von Uranerzen beginnt in Oberschlema.
01.09. Der erst fĂŒr Bergarbeiter abgeschlossene Tarifvertrag findet keine Anwendung auf die Betriebe der Wismut
Aktiengesellschaft.
September Nach der Beschlagnahmung von Gruben in Schneeberg durch sowjetische MilitÀreinheiten entsteht
dort spÀter das Wismut-Objekt Nr. 3.
Herbst âSonntagsschichtenâ werden im Revier von Johanngeorgenstadt eingefĂŒhrt. Prof. Dr. Friedrich Schumacher,
Direktor des Geologischen Instituts der Bergakademie Freiberg, wird von den Besatzungsbehörden
beauftragt, bis zum Jahresende ein Gutachten ĂŒber die Uranvorkommen im Erzgebirge zu erstellen.
Oktober Der Leiter der Bergbau-Verwaltung der sowjetischen Geologischen Erkundungsexpedition erhÀlt den Befehl
zur Bildung von Bergbauverwaltungen in Sachsen.
13.11. Das Sekretariat des Landesvorstandes der SED in Sachsen bildet einen SonderausschuĂ Erzbergbau.
1947
15.02. Die Sowjetische MilitĂ€rverwaltung in Deutschland beauftragt den frĂŒheren Oberleutnant und Adjutanten des
Generalfeldmarschalls Rommel mit dem Aufbau einer Bergpolizei mit dem zentralen Sitz in Aue.
20.02. Die IG Bergbau entsendet einen Sonderbeauftragten fĂŒr Erzbergbau nach Aue.
FrĂŒhjahr: Ein leistungsbezogenes Entlohnungssystem wird fĂŒr den Uranbergbau eingefĂŒhrt. Der SonderausschuĂ
Erzbergbau des Landesvorstands Sachsen der SED wird nach Aue verlegt. In BĂ€renstein beginnt der
Uranbergbau. Dort arbeiten auch Privatbetriebe. Die Gruben des Marienberger Reviers werden von den
Besatzungsbehörden beschlagnahmt.
01.03. Die PrÀsidentin des Landesarbeitsamtes Sachsen hÀlt sich zu Beratungen in Aue auf.
15.04. Ein Brief des Landesvorstandes Sachsen des (sowjetzonalen) Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes
(FDGB) an die ârussischen Gewerkschaftenâ informiert ĂŒber âĂbelstĂ€nde im Erzbergbau im Kreis Aueâ. Er
enthÀlt zahlreiche Forderungen an die sowjetische Generaldirektion der Wismut AG zu Verbesserung der Lage.
26.04. Generalmajor Michail M. Malcev, Generaldirektor der Wismut AG, empfÀngt erstmals eine deutsche
Gewerkschaftsdelegation und sichert Verbesserungen zu.
01.05. Malcev delegiert einen Steiger als GewerkschaftsfunktionĂ€r in das Amt fĂŒr Arbeit und Soziales des Landes
Sachsen, AuĂenstelle Aue. FĂŒr das Revier Johanngeorgenstadt wird ebenfalls ein hauptberuflicher
Gewerkschafter eingesetzt.
08.05. Die sĂ€chsische Landesregierung erlĂ€Ăt ein Gesetz zur Enteignung aller privaten Bergbauunternehmen.
26.05. Die Sowjetische MilitĂ€radministation in Deutschland ordnet mit dem Befehl Nr. 128 die âĂbernahme einer
Reihe deutscher Bergbau-Betriebe in das Eigentum des UdSSR auf Reparationsrechnungâ an.
Ende Mai Der Direktor der HygienischenUntersuchungsanstalt Dresden warnt in einem Gutachten den sÀchsischen
Landtag eindringlich vor den gesundheitlichen Gefahren des Uranbergbaus.
30.05. Der Befehl Nr. 131 der Sowjetischen MilitĂ€rverwaltung in Sachsen schreibt nochmals die ĂberfĂŒhrung der
sÀchsischen Bergverwaltungen in sowjetische Regie fest.
03.06. Malcev erlĂ€Ăt den Befehl Nr. 115, mit dem wichtige Forderungen der deutschen Gewerkschafter erfĂŒllt
werden.
Sommer Bei der Wismut AG finden die letzten freien Betriebsratswahlen statt. Malcev fordert den Landesverband
Sachsen des FDGB auf, Berichte ĂŒber die ZustĂ€nde im Uranbergbau weder in der Presse zuzulassen
noch in Versammlungen zu diskutieren.
2.7.1947 Eintragung der sowjetischen Aktiengesellschaft âWISMUTâ ins Handelsregister beim Amtsgericht in Aue;
Ziel des Unternehmens: die Gewinnung von Buntmetallerzen
03.07. Zu einer Zusammenkunft des sĂ€chsischen Landesarbeitsamtes werden sĂ€mtliche BĂŒrgermeister der
BergbaustÀdte, Behördenvertreter, BetriebsrÀte und Bergleute nach Aue geladen.
17.07. Der Landesverband Sachsen der SED beschlieĂt, wegen der Situation im Bergbau den Parteivorstand
anzurufen.
Juni Die Besatzungsbehörden erlauben die Wiederaufnahme des Kurbetriebes in Oberschlema, der jedoch bald
darauf ganz eingestellt wird. Der Ministerrat der UdSSR beschlieĂt den offiziellen Beginn des Uranbergbaus im Erzgebirge.
01.08. Die SMAD erlĂ€Ăt einen geheimen Befehl zur Stellung von 20.000 ArbeitskrĂ€ften fĂŒr den Erzbergbau.
05.08. Die sĂ€chsische Landesregierung verhĂ€ngt mit RĂŒcksicht auf die BedĂŒrfnisse des Uranbergbaus eine
Zuzugssperre fĂŒr Umsiedler in die Kreise Aue, Marienberg und Annaberg.
12.08. Der Parteivorstand der SED befaĂt sich mit den sozialen MiĂstĂ€nden im Uranbergbau.
28.08. Die sowjetische MilitÀrverwaltung in Sachsen befiehlt dem sÀchsischen MinisterprÀsidenten Seydewitz, die
Kurunternehmen in Oberschlema an die Wismut AG zu verpachten.
Herbst Auf Befehl der Direktion der SAG Wismut kommt es zur Auflösung der frei gewÀhlten BetriebsrÀte.
13.09. In einer PresseerklÀrung behauptet Wilhelm Pieck, zusammen mit Otto Grotewohl Vorsitzender der SED,
nichts ĂŒber Zwangsverpflichtungen fĂŒr den Erzbergbau zu wissen.
10.10. Otto Grotwohl ordnet die GewĂ€hrung von PrĂ€mien und Auszeichnungen fĂŒr BeschĂ€ftigte der Wismut AG
an.
1948
28.02. Die sĂ€chsische Landesregierung fĂŒhrt GesprĂ€che mit der Wismut AG wegen der Aussiedlung von
Personen aus den Regionen des Uranbergbaus, die ânicht unmittelbar mit dem WirtschaftsprozeĂ
verknĂŒpft sindâ. Das Schneeberger Wohnungsamt hĂ€lt fĂŒr âtauschlustige Personen oder Familienâ
Wohnungsangebote in anderen RĂ€umen der Sowjetischen Besatzungszone bereit.
FrĂŒhjr.1948 Bildung von Gewinnungsobjekten , die aus GeheimhaltungsgrĂŒnden numeriert werden: z. B.
Johanngeorgenstadt (1), Oberschlema (2), Schneeberg (3), Annaberg (4), Marienberg (5),
Schneckenstein Zobes (Vogtl.; 6), BĂ€renstein/Niederschlag (7), Breitenbrunn (8), Aue (9)
23.04. FĂŒhrungskrĂ€fte der Wismut AG beraten mit Vertretern des Verteidigungsministeriums der UdSSR in Aue.
30.05. Der sÀchsische MinisterprÀsident Seydewitz zeichnet Delegierte der Wismut AG mit Ferienreisen aus.
Juni Die Deutsche Verwaltung des Innern erlĂ€Ăt eine Richtlinie âĂŒber die Fahndung nach flĂŒchtigen Bergarbeiten
der zentralen Bergwerksverwaltung in Aue/Sachsenâ.
09.09. Belegschaftsmitglieder der Wismut AG bitten den sĂ€chsischem MinisterprĂ€sidenten in einem Brief, fĂŒr sie
reservierte PlÀtze in Kureinrichtungen einzurichten.
25.09. In den Kreis Aue dĂŒrfen nur noch solche ArbeitskrĂ€fte vermittelt werden, die nicht geschlechtskrank sind.
10.10. Grotewohl spricht auf einer Kundgebung vor mehr als 4.500 Bergarbeitern in Aue.
21.11. Seydewitz leitet eine Beratung ĂŒber Fragen des Wohnungsbaus im Kreis Aue, mit dem bald darauf
begonnen wird.
1949
17.04. Im Klubhaus âFortschrittâ in Schneeberg findet eine Konferenz zur GrĂŒndung einer Kreisorganisation der
âGesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunionâ statt.
26.06. Der Vorstizende der SED-Kreisleitung II Aue ruft alle Parteimitglieder auf, an einem âHenecke-Sonntagâ
besonders hohe Schichtleistungen zu erbringen.
27.06. Ein Aufruf an Einwohner in Aue appelliert zur Mitarbeit am Wohnungsbauprojekt fĂŒr Bergarbeiter.
15.07. Die Leitungen der SED und ihrer Jugendorganisation âFreie Deutsche Jugendâ (FDJ) in Sachsen,
Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen werden aufgefordert, Parteimitglieder in den Uranberbau zu delegieren.
29.08. Die Sowjetunion zĂŒndet bei Semipalatinsk ihre erste Atombombe.
September Die Bergpolizei wird auf der Grundlage eines Vertrages zwischen der sowjetischen Besatzungsmacht
und der sÀchsischen Landespolizeibehörde reorganisiert.
11.10. In Berlin dankt Grotwohl bei einem Fackelzug den Angehörigen der FDJ der Wismut AG fĂŒr ihre
besonderen Leistungen.
1950
01.03. Klaus Fuchs wird in London wegen Atomspionage fĂŒr die Sowjetunion zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt.
01.04. Die gesonderte âReviergruppe Wismutâ wird aus der zentralen IG Bergbau ausgegliedert.
04.06. Der Bundesvorstand des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes bildet eine gesonderte
Industriegewerkschaft Wismut.
11.06. Der sĂ€chsische Arbeitsminister ĂŒbergibt den Wismut-Bergleuten ein Sanatorium in Niederschlema.
17.06. Der stellvertretende MinisterprÀsident Walter Ulricht, der sÀchsische MinisterprÀsident Seydewitz und
Generaldirektor Malcev nehmen an der Delegierten Konferenz der SED Wismut Aue teil.
27.07. Das PolitbĂŒro der SED beschlieĂt MaĂnahmen zur Verbesserung im Uranbergbau.
17.09. In Zwickau wird erstmals unter Teilnahme von Wilhelm Pieck der âTag der Bergarbeiterâ festlich begangen.
15.10. Der Chefredakteur des SED-Zentralorgans âNeues Deutschlandâ wird zur Wismut AG strafversetzt. Kurt
Bartel (KuBa) textet das âWismut-Liedâ.
1951
28.01. Die Zentrale Kampfplankonferenz AG Wismut beschlieĂt den Bau von âKulturpalĂ€stenâ.
18.03. Die Betriebssportgruppe âZentra Wismut Aueâ steigt in die FuĂball-Oberliga auf.
21.03. Wismut-Bergleute stĂŒrmen eine Polizeiwache in Schneeberg.
28.06. Der Ministerrat der DDR beschlieĂt soziale Verbesserungen fĂŒr Bergarbeiter.
30.06. Grotwohl zeichnet 30 âVerdiente Bergleuteâ aus. Bergleute der Wismut AG werden als BĂŒrgermeister in
Johanngeorgenstadt und Oberschlema eingesetzt.
16.08. In Saalfeld kommt es zu einem Aufruhr unter der Wismut Belegschaft.
Herbst Die RĂ€umung der Altstadt von Johanngeorgenstadt wird vorbereitet.
November Das SED-PolitbĂŒro beschlieĂt sowohl umfangreiche soziale Verbesserungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten im
Uranbergbau als auch repressive MaĂnahmen.
15.12. Ulbricht spricht auf der V. Gebietsdelegierten-Konferenz der SED Wismut Aue.
18.12. Der Ministerrat der DDR gibt umfangreiche Mittel fĂŒr den Wismut-Wohnungsbau frei.
1951/52 Aufnahme von Gewinnungsarbeiten in den sedimentĂ€ren LagerstĂ€tten OstthĂŒringens (Raum Ronneburg) als
Objekt 90
1952
ab 1952 AbriĂ der Altstadt von Johanngeorgenstadt wegen falscher Erkundungsarbeiten und FĂŒhrung der
Bergarbeiten (Raubbau), beendet etwa 1954. Ab Ende 1952/Anfang 1953 Beginn des Abrisses im
Kurbereich Oberschlema bis ins Silberbachtal; AbriĂ des letzten Hauses am 28.07.1957
Februar Auf einem Treffen der Generaldirektion der Wismut AG mit Ulbricht und Vertretern des FDGB sowie der
sĂ€chsischen Landesregierung werden sozialpolitische VergĂŒnstigungen fĂŒr die Wismut-Bergleute,
insbesondere der Bau neuer Wohnungen, beschlossen.
MĂ€rz Zur DurchfĂŒhrung der BeschlĂŒsse kommt es zur Bildung des âSonderbaustabes Erzbergbauâ. In den
Kreisen des Uranbergbaus kommt es zu ersten politisch motivierten Zwangsaussiedlungen.
FrĂŒhjahr Die Zahl der Entlassungen ĂŒbersteigt bei der Wismut AG erstmals die Zahl der Einstellungen.
Juni Die Zentralverwaltung der IG Wismut beschlieĂt die Erweiterung des betriebseigenen
Verkaufsstellennetzes.
08.08. Der 1. SekretÀr der SED Wismut wird Abgeordneter des Bezirkstages in Chemnitz.
1953
FrĂŒhjahr Bei der Wismut AG kommt es zu einer neuen Entlassungswelle.
22.04. Wismut-Kraftfahrer streiken in Katzendorf.
15.06. Einwohner von Johanngeorgenstadt protestieren gegen die PlÀne zur RÀumung und Abrià ihrer HÀuser.
17.06. Volksaufstand in der gesamten DDR.
Juli Mindestens 51 Wismut-Kumpel werden in Zusammenhang mit der Streikbewegung verhaftet.
22.08. Die Regierungen der UdSSR und der DDR schlieĂen ein Abkommen ĂŒber die Umwandlung der bisherigen
sowjetischen Wismut AG in die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut.
05.11. Eine Gewerkschaftsdelegation der Wismut AG reist in die Sowjetunion.
November Grotwohl besucht Oberschlema.
Dezember Die Wismut AG wird aufgelöst.
1954
Jan1954 Bildung der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft âWISMUTâ (SDAG); AbschluĂ der
Uranerzlieferungen als Reparationszahlungen an die UdSSR. Bestimmender Partner auf allen Gebieten
bleibt Sowjetunion
01.01. Fritz Selbmann, Minister fĂŒr Schwerindustrie, wird zum Vorsitzenden des Vorstandes der neu
geschaffenen Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut ernannt.
09.10. Der sowjetische AuĂenminister Molotow befĂ€hrt den Wismut Schacht 227
1954 Beginn der Teufe des Rundschachtes 366 mit 7 m Ă in Aue-Alberoda; Beginn der Ausrichtung des
LagerstĂ€ttenteiles Niederschlema- Alberoda: Voraussetzung fĂŒr die Bergarbeiten bis 1990
1955
19.02. Der 1. SekretÀr der SED Wismut nimmt eine Parade der Betriebs-Kampfgruppen ab.
April Das Zentralkommittee der SED wĂŒrdigt die Pionierrolle der Wismut-BeschĂ€ftigten bei der Festsetzung
neuer Arbeitsnormen.
01.05. Kurt Bartels verfaĂt sein Gedicht: âMaigruĂ an die 6.000 Brigaden des Erzbergbausâ.
16.07. Ein Grubenbrand im Blindschacht 208 b in Niederschlema fordert 33 Tote.
22.07. In Karl-Marx-Stadt, dem Sitz der Hauptverwaltung der SDAG Wismut, findet ein Staatstrauerakt statt.
1956
Beginn der Teufe des Schachtes 371 - Zweiter Rundschacht im nordöstlichen Grubenfeld Nieder-
schlema-Alberoda und mehrerer WetterschÀchte.
Dezember Erstmals wird ein deutscher Bergmann Leiter eines âSchachtesâ der Wismut AG.
1955-63 Auslaufen des Uranerzbergbaues in Marienberg, Annaberg, Johanngeorgenstadt und im Vogtland;
Expansion des Bergbaues im ThĂŒringer Becken nach NO
- 1963/64 Beginn des Aufbaues und der Ausrichtung der LagerstÀtte Königstein in der SÀchsischen Schweiz.
- MĂ€rz 1965 Erstmals WetterkĂŒhlung im Objekt 9 Aue
Herbst 1967
Beginn einer Stollenauffahrung in Pöhla Ziel: Untersuchung der SkarnlagerstÀtten am Schwarzenberger
Granit
Jan. 1968 Umstrukturierung der WISMUT analog der Kombinate der DDR Objekte werden Bergbaubetriebe, Bildung
von Fachbereichen und Grubenbereichen
Ende 60er Mit einer Belegschaft von etwa 12 000 Mann und einer Jahresproduktion von 5 000 t Uran ist der
Bergbaubetrieb 9 in Aue gröĂter Uranproduzent der SDAG WISMUT.
- ab 1970 Umfangreiche Erweiterung des ThĂŒringer Abbaugebietes bis in den Bezirk Leipzig hinein (Beerwalde,
Drosen, Korbusen).
Aug.1970 Beginn der Trennung des Hauers vom Bohrhammer: EinfĂŒhrung des ersten sowjetischen Bohr- wagens -
abgeschlossen um 1975 mit dem Einsatz von Bohrwagen aus der Wismutentwicklung
Anfang 70er
Umstellung auf gleislose Technik im ThĂŒringer und Königsteiner Abbau und bei GroĂkammer-
auffahrungen
1972 Genereller Einsatz von GrubenwetterkĂŒhlern ab Sohle -1170 m - der Energiebedarf mit Wetter- kĂŒhlung
und Bewetterung steigt auf mehr als 50 MW installierte Leistung (= 0,5 % des Energie- bedarfs der
DDR) im Bergbaubetrieb Aue.
1973 Beginn der Auffahrung der Sohle -1620 m, der bis dahin tiefsten Sohle im Uranerzbergbau
1973/76 DurchfĂŒhrung umfangreicher Zinnerkundungsarbeiten im Betriebsabschnitt Pöhla (Auffahrung der
Zinnkammern) in der LagerstÀtte HÀmmerlein, Untersuchung der ehem. Eisenerzgrube Globenstein auf
Zinn- und Wolframvorkommen.
- 1975 Teufe von zwei 480 m tiefen BlindschÀchten in Pöhla
14. Jan 1986
Im LagerstÀttenbereich Niederschlema-Hartenstein-Alberoda erreicht der Blindschacht 383 IIIb die
Sohle -1800 m (entspricht 1825 m unter Rasenbank Schacht 371) und damit die seinerzeit gröĂte
aufgeschlossene Teufe in Europa.
- 2. Jan 1988 Beginn der Auffahrung der Sohle -1800 m
Anfang 1989
Es sickern GerĂŒchte durch, daĂ die UdSSR aufgrund gravierender wirtschaftlicher Schwierigkeiten ihre
Uranimporte reduzieren will.
April 1989
Veröffentlichung eines Ministerratsbeschlusses der DDR: WISMUT soll weitgehend verkleinert und
Betriebe, wie z. B. Beerwalde ganz eingestellt werden. Im Bergbaubetrieb Aue sollten bis 1993 etwa
3 000 Betriebsangehörige in die volkseigene Industrie wechseln.
1990
Die Sowjetunion verzichtet auf weitere Uranimporte - der Industriezweig WISMUT steht vor dem Aus.
Mitte 1990
Beginn der Auflösung der WISMUT: eigene Sparten wie Bauwesen, Maschinenbau und andere werden
mit dem Ziel der spÀteren Privatisierung gebildet. Die Bergbaubetriebe werden zu Sanierungsbetrieben
umgebildet, die die Hinterlassenschaft der WISMUT aufarbeiten werden.
1. MĂ€rz 1991
Letzter Förderwagen mit Erz verlĂ€Ăt den Schacht 371. Auf der Sohle -540 m des Schachtes 371 wird
ein Besucherbergwerk eingerichtet.
Juni 1991 Einstellung der Erzförderung in Pöhla. Im Querschlag 2 und im Zinnkomplex entsteht ein weiteres
Besucherbergwerk
- Dez. 1996 Das Besucherbergwerk auf dem Schacht 371 wird nachdem ĂŒber 50.000 Besucher eingefahren waren
geschlossen, das Flutungswasser erreichte die damalige Wettersohle -546m
1998 Aufgrund einer mit der Wismut geschlossenen Vereinbarung und der Zustimmung durch das Bergamt
Chemnitz ĂŒbernimmt der Ring Deutscher Bergingenieure, Bezirksverein Westerzgebirge, das
Besucherbergwerk Pöhla fĂŒr BergwerksfĂŒhrungen an arbeitsfreien Zeiten.
1999 Nachdem das öffentliche Interesse an einem weiteren Besucherbergwerk innerhalb der LagerstÀtte
Schlema-Alberoda groĂ wurde, erfolgte durch Wismut der Antrag fĂŒr den Schacht 15IIb in Oberschlema,
wiederum mit der MaĂgabe die BergwerksfĂŒhrungen in die fĂ€higen HĂ€nde des RDBs zu ĂŒbergeben.
Stichwortverzeichnis
- Abbau planmĂ€Ăige industrielle Gewinnung nutzbarer Minerale und Gesteine der Gewinnungsort der nutzbaren Minerale und Gesteine im untertĂ€gigen Bergbau
- Abbauverfahren Art und Weise des Abbaues der Minerale und Gesteine
- Abbaugasse Arbeitsort im Abbau, in dem die LagerstÀtte bergmÀnnisch hereingewonnen wird
- Abbauverlust im Abbau oder in Sicherheitspfeilern verbleibender und nicht der wirtschaftlichen Nutzung zufĂŒhrbarer Vorrat
- Absetzige Vererzung das Nutzmineral tritt nicht gleichmĂ€Ăig in der gesamten LagerstĂ€tte auf, sondern wird von
nicht mineralisierten (vererzten) LagerstÀttenpartien unterbrochen
- Ankerausbau ein Ausbau, bei dem die Gebirgsschicht mit Stahlbolzen miteinander verspannt werden
- Aufbereitung Physikalische und/oder chemische Vorbehandlung bergmÀnnisch gewonnener Rohstoffe mit dem Ziel,
die wirtschaftlich nutzbaren Komponenten vor der Weiterverarbeitung anzureichern oder vom tauben (nichtnutzbaren)
Gestein zu befreien. In besonderen FĂ€llen(Kalisalze, Steinkohle) liefert die Aufbereitung bereits das Endprodukt.
- AufwĂ€ltigung Wiederherstellung alter, verbrochener Grubenbaue, um sie erneut fĂŒr bergmĂ€nnische Arbeiten nutzen zu können.
- Ausbau AbstĂŒtzung bergmĂ€nnisch geschaffener HohlrĂ€ume mit dem Ziel,sie fĂŒr die Zeit der bergmĂ€nnischen
Arbeiten gegen das Zusammenbrechen oder Steinfall abzusichern und Bergleute sowie AusrĂŒstungen vor Schaden zu bewahren.
- Ausbringen Der Teil des in der LagerstÀtte anstehenden --Vorrats an Mineralien oder Gestein, der nach Abzug der
Verluste in der Gewinnung, Aufbereitung und VerhĂŒttung fĂŒr die Wirtschaft zur VerfĂŒgung steht.
- Ausrichtung Alle Grubenbaue, die zum Heranfahren an die LagerstĂ€tte von ĂŒber Tage dienen, z. B. Stollen,
SchĂ€chte, QuerschlĂ€ge oder Richtstrekken; im Regelfall zĂ€hlt man zur Ausrichtung auch Hilfsgrubenbaue, wie FĂŒllorte und Kammern.
- Besucherbergwerk noch in Betrieb befindliche oder unmittelbar nach Einstellung der Produktion fĂŒr Schaubergwerke (Tourismus) verwendete Grube
- Blindschacht ein Schacht, der keinen Austritt an die TagesoberflÀche hat
- Bohrhammer pneumatisch oder elektrohydraulich betriebenes Werkzeug fĂŒr die Herstellung von Bohrlöchern, vor
allem von Sprengbohrlöchern bis zu max. 200 m Durchmesser
- Bohrlochpfeife bergmĂ€nnisch fĂŒr ein bei der Sprengung nicht restlos zerstörtes Sprengbohrloch mit oder ohne Sprengstoffreste
- Erz Metallhaltige Minerale oder Mineralgemenge in der festen Erdkruste, aus denen mit wirtschaftlichem Nutzen
Metalle oder Metallverbindungen hergestellt werden können.
- Erkundung planmĂ€Ăige Suche nach LagerstĂ€tten mit Hilfe geologischer, geomechanischer, geophysikalischer und/oder bergmĂ€nnischer Methoden
- Fahren nennt der Bergmann jede Fortbewegung unter Tage, auch das Laufen

- Fahrt die Leiter des Bergmannes
- FĂŒllort Ăbergabestelle fĂŒr Mannschafts- und Materialtransport von der (horizontalen) Sohlen- auf die (vertikale) Schachtförderung
- Gang Aus Gesteinen und/oder Mineralien bestehende AusfĂŒllung von Spalten in Ă€lteren Gesteinen. Die GĂ€nge sind
unter verschiedenem Winkel zur Horizontalen liegende Platten mit gröĂerer LĂ€ngs- und Breitenerstreckung als Dicke. Das Gestein, in dem der Gang liegt, nennt man sein Nebengestein.
- Geiger-MĂŒller-ZĂ€hlrohr
fĂŒr die Messung von Gammastrahlung verwendetes sehr einfaches und wenig störanfĂ€lliges
MeĂintrument. Im Uranerzbergbau wurde damit die Gammastrahlung der Zerfallsprodukte der Uran-238-Zerfallsreihe gemessen und auf den Urangehalt umgerechnet.
- Geomechanik Wissenschaft von den Gebirgsbewegungen, die durch die Schaffung bergmÀnnischer HohlrÀume in
einem Gebirgsmassiv ausgelöst im und ĂŒber dem GrubengebĂ€ude bis zur TagesoberflĂ€che ausgelöst werden. Sie
befaĂt sich u.a. mit der Berechnung von Auswirkungen auf ĂŒbertĂ€gige Anlagen, mit der Dimensionierung von Pfeilern fĂŒr den Kammerabbau und PrĂ€ventivmaĂnahmen gegen Gebirgsbewegungen und -schlĂ€ge.
- Gestein Mineralmenge, deren mineralische Zusammensetzung ĂŒber gröĂere RĂ€ume hin mehr oder weniger
gleichförmig ist und die wesentlich am Aufbau der Erdkruste beteiligt sind. Es gibt auch Gesteine, die nur aus einem
Mineral bestehen (Kalkstein und dessen Abarten wie Dolomit oder Marmor). Der Bergmann bezeichnet als Gestein oder Berge das bei der Gewinnung anfallende nicht wertstoffhaltige Nebengestein der LagerstÀtten.
- GezĂ€he nennt der Bergmann alle fĂŒr seine Arbeiten notwendigen Werkzeuge
- Hunt gleisgebundener Förderwagen fĂŒr die Förderung des gewonnenen Nutzstoffes, von Bergen und Material. GröĂenordnung heute bis 3 mÂł
- Klimatisierung MaĂnahmen zur Schaffung von Arbeits- und Lebensbedingungen (Temperatur, Luftfeuchte,
Luftbewegung) in den Grubenbauen, unter denen die Grubenarbeiter ohne gesundheitliche SchÀdigungen und ohne LeistungseinschrÀnkungen arbeiten können.
- LagerstĂ€tte Abschnitt der festen Erdkruste, in der natĂŒrliche Konzentrationen von Mineralien in wirtschaftlich
nutzbaren Mengen liegen. Zur LagerstĂ€tte gehören: die abbauwĂŒrdigen Rohstoffe, das Nebengestein, das Deckgebirge und das Liegende (= unter dem Rohstoff liegende Gestein.
- Markscheider âLandmesserâ unter Tage - Name abgeleitet von der Markscheide, der Grenze zwischen zwei Grubenfeldern
- Markus-Semmler Stollen
1503 begonnener und bis 1841 in kĂŒrzeren oder lĂ€ngeren ZeitabstĂ€nden weiter
aufgefahrener Wasserlösungs(ableitungs)stollen fĂŒr die Silberbergwerke vom Raum Schneeberg/NeustĂ€dtel bis zur Mulde in Niederschlema. GesamtlĂ€nge mit Nebenstollen 43,6 km
- Mineral alle fast ausschlieĂlich festen, physikalischen und chemischen einheitlichen Naturkörper der festen
Erdkruste. Sie kommen bis auf einige Ausnahmen als Kristalle oder Kristallaggregate vor. Ihrer Vielzahl und VielfÀltigkeit wegen beschÀftigt sich eine eigene Wissenschaft, die Mineralogie, mit ihnen
- NKWD Narodnij kommisariat wnutrennich del /Volkskommissariat fĂŒr innere Angelegenheiten: von 1934 bis in die
siebziger Jahre Name des sowjetischen Geheimdienstes
- Objekt ausschlieĂlich bei der Wismut gebrĂ€uchlicher, aus dem Russischen stammender Begriff fĂŒr eine relativ
selbstÀndige Verwaltungseinheit im rÀumlichen und/oder fachlichen Sinne. Wurde nach 1967 durch die deutschen Bezeichnungen Bergbau-, Maschinenbau-, Transportbetrieb usw. ersetzt
- Oxidationszone direkt unter der ErdoberflÀche liegender Bereich einer LagerstÀtte (vorwiegend von GÀngen), in dem
es unter Wasser- und Sauerstoffeinwirkung zu chemischen VerÀnderungen der Minerale und Gesteine gekommen ist. Vielfach mit hohen Anreicherungen von Erzen und Mineralen verbunden
- Prospektion erste methodische Untersuchungen eines Gebietes auf das Vorkommen von LagerstÀtten - VorlÀufer der Erkundung

- Querschlag an (annÀhernd) rechtwinklig zur LagerstÀtte verlaufender horizontaler Grubenbau der Ausrichtung
- Radon (alter NameEmanation) radioaktives Edelgas, Halbwertzeit 3,8 Tage, Zerfallsprodukt des Urans,
Zerfallsprodukt des Urans, Alpha-Strahler, fĂŒhrt eingeatmet zu Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) als anerkannte Berufskrankheit der Erzbergleute. Im Industriezweig Wismut bis 1990 insgesamt 5277 FĂ€lle anerkannt.
- Rampe geneigte Verbindung zweier Arbeitsebenen im Bergbau, um diese mit gleislosen ArbeitsgerÀten befahren zu
können. Die Neigung wird der Steigleistung der GerĂ€te angepaĂt und liegt im Normalfall bei max. 12°.
- Richtstrecke ein (annÀhernd) parallel zur LagerstÀtte verlaufender horizontaler Grubenbau der Ausrichtung. In der
Wismut war nur der aus dem Russischen stammende Begriff âFeldstreckeâ gebrĂ€uchlich
- Schacht Ausrichtungsgrubenbau, der heute nur noch senkrecht (bergm.: seiger) von der TagesoberflÀche bis auf
bzw. unter das Niveau der LagerstÀtte niedergebracht wird, um von da aus mit der horizontalen Ausrichtung der LagerstÀtte anfahren zu können. Siehe auch Blindschacht
- Schaubergwerk fĂŒr Befahrungszwecke (speziell Tourismus) hergerichtete Grube oder Teile davon, vor allem alte und lange Zeit nicht in Betrieb befindliche Bergwerke
- SchĂŒrfarbeiten Suchen nach nutzbaren Mineralen im GelĂ€nde
- Schrapper pneumatisch oder elektrisch betriebenes Fördermittel, vor allem fĂŒr den Abbau; von einer Seiltrommel
wird ein Seil abgewickelt, ĂŒber eine Umlenkrolle gefĂŒhrt und auf eine auf der gleichen Welle sitzende Trommel wieder
aufgewickelt. In das Seil ist ein kratzenartiges GefÀà eingebunden, mit dem das Fördergut in Förderwagen oder Bunker gescharrt (geschrappt) wird.
- Selektive Erzgewinnung
Vor allem in LagerstÀtten mit wertvollen Mineralen getrennte Gewinnung von Nutzstoffen und nicht verwertbaren Ganggestein vor Ort
- Sicherheitspfeiler ein um ein Grubenbau belassener Teil des Gebirges, in dem keine Bergarbeiten betrieben werden
dĂŒrfen, um die Standfestigkeit des Grubenbaues nicht zu gefĂ€hrden. Sicherheitspfeiler vor allem um SchĂ€chte,
elektrische GroĂanlagen, Sprengstofflager. Kleine Sicherheitspfeiler im Abbau, die man um Strecken stehen lĂ€Ăt, nennt man Festen.

- Sohle 1. Der âFuĂbodenâ eines Grubenbaues und 2. Waagerechter LagerstĂ€ttenabschnitt zur Unterteilung
der Bauhöhe von LagerstÀtten. Die SohlenabstÀnde sind grundsÀtzlich von der Art und Form der LagerstÀtte abhÀngig. Im erzgebirgischen Uranerzbergbau betrugen sie 30 m und wurde im Bergbaubetrieb Aue ab Sohle - 540 m
auf 45 m erhöht.
- Stollen ein horizontaler Ausrichtungsgrubenbau, der an einem Berghang ins Gebirge getrieben wird, um die ĂŒber der
Talsohle anstehenden LagerstÀttenteile aus- und vorrichten bzw. abbauen zu können.
- StoĂ die seitlichen Begrenzungen in einem Grubenbau. Die Arbeitsstellen im Grubenbau bezeichnet der Bergmann als OrtsstoĂ
- Strecke horizontaler oder annĂ€hernd horizontaler Grubenbau mit gröĂerer LĂ€ngs- als Breiten- oder Höhenerstreckung
fĂŒr Fahrung, Förderung, EnergiezufĂŒhrung, WetterfĂŒhrung u. a. Im Gangerzbergbau lagen die Streckenquerschnitte je nach Verwendungszweck und Ausbauart etwa zwischen 5 und 15 mÂČ
- SĂŒmpfen Abpumpen des Wassers stillgelegter Grubenbaue, um sie fĂŒr die AufwĂ€ltigung vorzubereiten.
- Teilsohlenstrecke eine zwischen zwei Sohlen aufgefahrene Strecke fĂŒr die verschiedensten Zwecke
- Teufe 1. bergmĂ€nnisch fĂŒr Tiefe und 2. das Niederbringen (âAbteufenâ) eines Schachtes
- U3O8 Hauptmineral der Uranpechblende mit theoretisch 85 % Urangehalt. Diese Formel war die âMetallangabeâ fĂŒr
Planung und Abrechnung der Erzgewinnung. Das Aufbereitungsprodukt Yellow Cake war ein Natrium-Uran-Mischoxid der Formel Na2U2O7 mit theoretisch 75 % Urangehalt, praktisch zwischen 60 bis 70 %
- VerdĂŒnnung Zumischung von tauben Gestein (Bergen) zum Nutzmineral bei den Gewinnungsarbeiten. Ursachen:
ungenĂŒgende technische Voraussetzungen oder unsachgemĂ€Ăe AusfĂŒhrung
- VerhĂŒttung vorwiegend thermische Gewinnung von Metallen aus dem im AufbereitungsprozeĂ angereicherten Material
- Verwerfung Verschiebung einzelner groĂrĂ€umiger Gesteinspakete gegeneinander sowohl vertikal als auch horizontal im Laufe geologischer ZeitrĂ€ume
- Vorrichtung alle Grubenbaue, die dazu dienen, die LagerstÀtte zum Abbau vorzubereiten
- Vorrat Menge einer natĂŒrlichen Mineralkonzentration (LagerstĂ€tte), die wirtschaftlich genutzt werden kann. Sie muĂ
- einen bestimmten Umfang haben, - bestimmte QualitĂ€ten (Metallgehalt, Kaligehalt) aufweisen, - mit der vorhandenen Technik erschlieĂbar und ihre Nutzung ökonomisch vertretbar sein.
- Weitungsbau Abbauverfahren in mÀchtigen LagerstÀtten, bei dem nur die nutzstoffhaltigen Partien in Form von
unregelmĂ€Ăigen und unplanmĂ€Ăigen angelegten Kammern abgebaut werden. FĂŒhrt im mittelalterlichen Bergbau oft
zum Zusammenbrechen des ganzen Bergwerks, da die Pfeiler zwischen den einzelnen âWeitungenâ (Kammern) nicht mehr das darĂŒberliegende Gebirge trugen. Auswirkungen: Bildung von Pingen wie in Altenberg und Geyer
- Wetter bergmĂ€nnischer Ausdruck fĂŒr die Luft im Bergwerk. Man unterscheidet von ĂŒber Tage zugefĂŒhrte Wetter =
Frischwetter; aus der Grube abgefĂŒhrte Wetter = Abwetter; mit Spreng-, Brand- oder Giftgasen belastete
gesundheitsschĂ€dliche Wetter = giftige Wetter und mit explosiven Gasen (z. B. Methan, Ăthan) belastete Wetter =
explosive oder schlagende Wetter. Die WetterfĂŒhrung ist ein sehr wichtiges Teilgebiet der Bergbauwissenschaft und von ausschlaggebender Bedeutung fĂŒr die Sicherheit und Gesundheit der unter Tage BeschĂ€ftigten.

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